Der Männerchor Ottikon wurde im Jahre 1907 gegründet und besteht aus rund 40 Sängern.
Wir pflegen den Chorgesang mit alten und neuen Liedern in mehreren Sprachen und diversen Stilrichtungen.
Aber auch die Geselligkeit wird bei uns grossgeschrieben.
So sind die wöchentlichen Proben (jeden Mittwoch um 20 Uhr / im Sommer um 20.15 Uhr) eine tolle Mischung aus musikalischer Arbeit und Gesangsfreude

unser Probelokal ist seit 2016 die 'Hütteschüür', der Ottiker Vereinssaal.
Einige Mitglieder unseres Chores waren massgeblich an dessen Bau beteiligt, darunter Zimmermann und Präsident Stefan Bünzli

 

 

Dirigent Kurt Strebel ist auch unser Korrepetitor.
Er kann gleichzeitig dirigieren, klavierspielen, singen - dies stimmenweise unabhängig

 

frisch erlebt: Männerchorreise 2019 Müstair - Poschiavo

Diashow: https://www.mch-ottikon.ch/2019-muestair-poschiavo/

und hier der Bericht:

28. - 30. Juni 2019: Reisebericht Männerchor Ottikon

30 Männerchormitglieder besammelten sich am 28. Juni 2019 am Bahnhof Effretikon zur diesjährigen Männerchorreise. Start war um halb acht Richtung Zürich. Im komfortablen ICE ging es anschliessend, für einen Hochgeschwindigkeitszug vergleichsweise beschaulich, Richtung Chur. Chorlaune, Klima im Zug sowie Wetter waren tadellos. Nur gerade über dem Obersee dämpften einige Schleierwolken die Sonne. Wie sich später zeigte, waren dies die einzigen auf der ganzen Reise.

In Landquart wechselten wir vom weissen in einen roten Zug der RhB. Eher überraschend hiess es beim Dörfchen Saas auszusteigen. Ein Apéro mit Chnoblibrot vor dem herzigen Bahnhöfli wartete auf uns - ein wunderbarer Auftakt unserer Reise. Natürlich durften zum Dank an die freundlichen Wirtinnen ein, zwei Lieder in der gemütlichen rustikalen Gaststube nicht fehlen.
Anschliessend war Verabschiedung; mit der Bahn weiter durch den Vereinatunnel, und bald darauf in Zernez aussteigen war das nächste. Zum Sitzplatz des Hotels 'a la Staziun' sind es naturgemäss nur wenige Schritte. So konnte man sich unter dem Sonnendach gemütlich platzieren. Schatten und ein leichtes Lüftlein sorgten für ein ideales Klima fürs Mittagessen.
Dieses bestand aus währschafter Lasagne. Ein guter Tropfen und das Dessert sorgten weiter für beste Stimmung.

Nach drei Uhr war Zeit für die Weiterfahrt mit dem Postauto, vorbei an den prächtigen, nadel-bewaldeten Hängen durch den Nationalpark, über den Ofenpass, hinunter nach Müstair. Hier bezog man Quartier. Dank gewohnt bester Vorbereitung durch Reiseleiter Kurt Strebel waren die Zimmerbezüge im familiären Hotel Helvetia wie immer ein problemloses Unterfangen.
Die meisten Chorsänger nutzten die Gelegenheit zum Besuch des Klosters. Der Rundgang ist so angelegt, dass die Klosterfrauen nicht durch Touristen gestört werden. Trotzdem konnte man sich anhand der vorhandenen Wandmalereien und der Räume sowie der Informationen des Führers ein eindrückliches Bild machen über die spartanische Lebensweise vor Jahrhunderten. In der Klosterkirche trugen wir ein paar eindrückliche Lieder vor; zur Freude zahlreicher anderer Besucher.

Langsam wurde es Zeit fürs viergängige Nachtessen, wie man feststellte. (Dass der Autor dieses Berichts den servierten feinen Kalbsbraten verschmähte, konnte Kurt nicht verstehen. Das Argument des Kaloriensparens nach der mittäglichen Lasagne überzeugte ihn nicht. Ersterer gelobte Besserung bei späteren Gelegenheiten...) Zufrieden mit Speis, Trank, erlebter Landschaft und Vereinsleben, beschloss man den Tag mit einem Schlummertrunk auf der Hotelterrasse. Schlafen konnte man gut, bei sommerlich- angenehmer Temperatur.

Das Frühstück des folgenden Tages stärkte für die bevorstehende Postautofahrt zum Umbrailpass / Passo Stelvio, wo sodann eine halbstündige Pause für Rundblicke (etwa zum Ortler, 3900 m ü.M.) folgte. Auf fast 3000 m über Meer war die Temperatur immer noch so hoch, dass die Sommerkleidung genügte. Die spektakuläre Fahrt ging weiter Richtung Bormio - Tirano. Neben den rund 120 Kehren hatte der Chauffeur noch die Begegnung mit verwegenen Töfffahrern, pickelharten Velofahrern und zentimeternah kreuzenden Autos zu bewältigen. Sein Kopf erlaubte zudem noch gelegentliche Aufbereitung von landschaftlich-geschichtlich Wissenswertem für uns. Auf der schmalen Passstrasse war der Einsatz des für die Schweizer Bergpost typische 'düü-daa-doo' mehr Notwendigkeit als nur Nostalgie.
Mit einer gewissen Erleichterung über die erfolgreiche Absolvierung der abenteuerlichen Route entstieg man dem Postauto mit dem Dank an den souveränen Chauffeur, um sich in Tirano ein Bier oder eine Glacé einzuverleiben.

Nach einer knappen Stunde betrat der Verein einen 'Trenino Rosso' der Berninabahn.
Das 'rote Züglein' brachte uns in der prächtigen südlichen Landschaft, über den weltberühmten Kehrviadukt von Brusio, hinauf an den Lago di Poschiavo. Hier, in Miralago, war Einkehr ins Restaurant, um unterm schattigen Blätterdach einen Bündner Teller (bzw. dessen Inhalt) zu verspeisen.
Wegen des warmen Wetters verzichtete man auf die Wanderung um den See. Stattdessen brachte uns die RhB weiter nach Le Prese, unserem nächsten Reiseziel. In den benachbarten Hotels Romantica und Raselli bezogen wir Zimmer. Die anschliessende kurze Bahnfahrt brachte uns nach Poschiavo. Ein Ehepaar führte uns durchs historische Dorf und zeigte anhand von Gebäuden und geschichtlichen Informationen frühere Welten des Lebens bescheidener Bauern und feudaler Geschäftsleute.
Interessant, die Berichte und Daten, aber nach dem Rundgang in der südlichen Sonne war man doch froh, sich im Restaurant entspannen und kühlen zu können. Bald war wiederum ein Viergang- Menu angesagt, das im Gartenrestaurant zu geniessen war.
Gegen 10 Uhr war Zeit zur Rückfahrt mit dem Bus nach Le Prese und einem Nachtbier im Giardino. Hier im warmen südlichen Klima war die Nacht ensprechend temperiert, aber unsere Gesellschaft konnte das nächste Morgenessen trotzdem ausgeruht geniessen.

Nach neun Uhr begann die nächste Bahnfahrt, nach Cavaglia auf der nächsten Talebene des Puschlav. Hier gab es die nahegelegenen Gletschermühlen zu besichtigen. Ueber komfortable Eisentreppen mit sicheren Chromstahlgeländern wird der Besucher an gewaltigen Schächten, jahrtausendelang durch Wasser und Stein kreisrund ausgefräst, vorbeigeführt.
Den Erbauern der Wege zu diesem Naturwunder sei gedankt.

Es wurde Zeit, das Bahnhofbeizli zu verlassen. Hoch oben auf der Alp Grüm bekam man Gelgenheit, die grossartige Landschaft und die gewaltige Höhendifferenz, die die Adhäsionsbahn bewältigt, zu bestaunen. Mit der folgenden Weiterfahrt über die Bernina- Passhöhe wechselt die Szenerie fast schlagartig: Nach Palmen und Obstbäumen der 'Italianità' folgen gewaltige Schneeberge und Gletscher. Im Vordergrund der See, den die Bahn halb umkreist, dann über Alpen hinab unter die Baumgrenze nach St. Moritz. - Die Berninabahn wurde aus gutem Grund zum Unesco- Welt- Kulturerbe erklärt.

Ein Ereignis folgte nahtlos dem vorherigen: Auf Gleis 1 stand ein RhB- Zug mit historischem Speisewagen. Statt einzusteigen sah man zu, wie vom Bahnpersonal auf dem Perron weissbetuchte Tischchen für uns bereitgestellt wurden. Natürlich zu einem Apéro - wie zu Anfang der Reise.
(Frage: wie oft wurde angestossen (wir waren mitlerweile 32 Männer) ? - Antwort am Schluss.)

Der komfortabel renovierte Nostalgiewagen ist äusserst bequem und laufruhig (auch dank moderner Drehgestelle mit Schraubenfedern statt der früher eingesetzten Blattfedern). Eine weitere tolle Fahrt begann, mit veritablem Menu (Schweinsbraten, Gemüse etc) und einem guten Tropfen dazu - auf einer wiederum faszinierenden Bahnstrecke durch den Albula, über den berühmten Landwasser- Viadukt etc, hinunter bis nach Chur. Hier bei 37 Grad reichte die Zeit noch für ein Getränk, und dann war Rückfahrt fällig, sodass man hochzufrieden, plangemäss um 20 Uhr, im Heimatbahnhof ankam. Das Ende einer wunderschönen, immer interessanten und abwechslungreichen Vereinsreise, mit ganzzeitig strahlend blauem Himmel.

Dirigent und Reiseleiter Kurt Strebel hatte wiederum eine perfekte Reise geplant, organisiert, reisedokumentiert, mit Abklärungen vor Ort etc - das ganze in -zig Stunden. Der Männerchor Ottikon durfte so eine der schönsten Ecken der Schweiz erleben.
Also lieber Kurt: vielen herzlichen Dank für Dein Engagement !

PS: es klang 32x31/2 = 496 mal (je einmal anstossen für alle).

Reisebericht: Erich Rösch 04. 07. 2019, Männerchor Ottikon